13 Schaukeln

Das Vorhaben mit den 13 Schaukeln hat inzwischen eine längere Geschichte.

Projektdaten
Initiator*innen: Gemeinschaft Neudorf eG, Haus Neudorf eV, MIKUB eV
Zeitraum: weiterführend ab April 2021
Zielgruppe: Freiwillige von nah und fern sowie Menschen aus Neudorf, Friedenfelde, Luisenhof/ Groß Kölpin
Anmeldung: Mitmach-Aufruf (pdf) // weitere Details und Anmeldungskontakt

Die Idee: Im Gutshaus von Friedenfelde lebten eins 13 geflüchtete Familien nach dem 2. Weltkrieg. Ernst H. war ein Kind dieser Familien, wuchs heran und wurde Stellmacher. Mit seinen weit über 80 Jahren lebt er heute allein und noch immer in diesem Haus. Er berichtete. Armut und Enge beschrieb er uns, aber auch von einem lebendigen und hoffnungsvollen Treiben aus Kindertagen und im Erwachsenenalter wusste er zu erzählen. In Erinnerung an die Fluchtgeschichte nach 1945 und dass es hier einmal viel mehr Kinder gegeben hat, haben wir das Schaukel-Bau-Projekt ins Leben gerufen. 13 Schaukeln in unterschiedlichsten Formaten werden gemeinsam mit Jung und Alt aus den angrenzenden Dörfern und Ortsteilen Friedenfelde, Neudorf, Luisenhof gebaut und nach und nach sichtbar auf die einzelnen Grundstücke und öffentlichen Plätzen verteilt.

Die Vorgeschichte: In einem kleinen Kunstprojekt, durchgeführt von MIKUB e.V. und feierlich beendet im Rahmen des Sommerfestes Haus Neudorf 2019 gemeinsam mit dem Team von Haus Neudorf e. V. wurden in den angrenzenden Dörfern und Ortsteilen Friedenfelde, Neudorf, Luisenhof und Groß Kölpin sogenannte Generationentandems gebildet. Langjährig ansässige Bewohnerinnen und Bewohner trafen auf neuzugezogene Menschen, erzählten Geschichten zu ihren Lieblingsorten oder gaben Erinnerungen wieder, die sie geprägt haben. Diese Geschichten wurden durch gemeinsam entwickelte Kunstinstallationen im öffentlichen Raum umgesetzt und innerhalb einer Rundfahrt gemeinsam mit den Projektbeteiligten und Gästen besichtigt.

Das Konzept: Daran anknüpfend ist dann das Vorhaben 13 Schaukeln entstanden. im Rahmen unseres Projektes KULTURact macht LANDart (2019-2020) haben sich Bewohner_Innen mit dem Projektteam überlegt, wie echte Teilhabe in unserer Region stattfindet und gleichzeitig ein Angebot für Außenstehende geschaffen wird. Neben dem praktischen Teil, dem Bau diverser Schaukeln in verschiedenen Teams und Gruppen, der als gemeinschaftsstiftende Aktion für mehr Zusammenhalt zwischen den Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohnern dient, sind Diskursveranstaltungen im Haus Neudorf geplant. Dabei geht es um Zeitzeug_Innen-gespräche zum Thema Flucht und was es damals bedeutete, nach 1945 ein geflüchtetes Kind zu sein (Erinnerungskultur). Eingeladen werden Zeitzeug_Innen aus den Dörfern, die in einem moderierten Gespräch von sich erzählen. In einer Anschlussdiskussion geht die Debatte um „Unser Dorf“ in Form einer geplanten Kettendiskussion (Zukunft). Diverse Gesprächsinteressenten sprechen immer zu zweit zum Thema. Eingeladen werden Aktive aus den Dörfern, Gemeindevertreter_Innen etc. Abschließend gibt es jeweils eine offene Gesprächs- und Fragerunde.

Alle Schaukeln erhalten eine einheitliche, unauffällige Kennzeichnung. In der Nähe des Gutshauses Friedenfelde wird eine Infotafel aufgestellt. Die Öffentlichkeitsarbeit zum Projekt findet stetig statt.